Danke Stefan Schulte!

Stefan Schulte ist nach langer schwerer Krankheit am 12. Oktober 2013 verstorben

Aktionskreis Kinder von Tschernobyl
Stefan Schulte mit Kindern aus Gomel

Anfang der 90er-Jahre stellte Stefan Schulte, damals Direktor der Justus-von-Liebig-Grundschule, übriggebliebenes Schulessen der Galiläagemeinde, für die Offene Arbeit für jugendliche Aussteiger, zur Verfügung. Und als er gefragt wurde, ob der Aktionskreis Kinder von Tschernobyl unter den Schülern dafür werben könne, für die Kinder im weißrussischen Gomel Weihnachtspäckchen zu packen, stimmte er ohne zu zögern zu.

 

In der Folge unterstützte er, dass der Religionsunterricht in der Schule aufgebaut wurde. Auch den Besuch des Krippenspiels durch die Schüler und ihre Mitwirkung daran förderte er.

 

Stefan wurde Mitglied des Aktionskreises Kinder von Tschernobyl und in dessen Arbeit zunehmend zu einer tra- genden Säule. Er war entscheidend beteiligt an der Vorbereitung und Durchführung der Sommeraktionen, in denen sich Kinder aus Gomel erholen, und ebenso an der Organisation der Weihnachtspäckchenaktionen. Durch seine Kenntnisse der russischen Sprache lief fast die gesamte Kommunikation mit unseren weißrussischen Partnern über ihn. Dank seines Einfühlungsvermögens trägt er sehr zum gegenseitigen Verständnis bei.

 

Seit dem Jahr 2000 war Stefan als verantwortlicher Leiter in Hirschluch, dem Standort unserer Sommerferienaktion, tätig und setzt seine Sommerferien- (Urlaubs-)Zeit für die Betreuung der Kinder ein. Er hatte einen sehr guten persön-lichen Kontakt zu den Kindern, kannte ihre körperlichen Nöte und vermittelte zusätzliche orthopädisch-medizinische Hilfe für sie.
Dass jede Ferienaktion für die Kinder zu einem großen Erlebnis wurde, ist in hohem Maße ihm zu verdanken. Die Kinder liebten ihn und hingen an ihm.

 

Als Lehrer konnte er immer wieder Schüler aus den Schulen, an denen er als Lehrer tätig wart, für die ehrenamtliche Arbeit begeistert. Viele von ihnen sind zu entscheidenden Mitstreitern gereift.

 

Auch in Hirschluch und Umgebung hat er ein Netz von Helfern aufgebaut. Zusätzlich akquiriert er Spenden und
gewinnt weitere ehrenamtliche Helfer durch sein aktives Beispiel.

 

Stefan hat mit dafür gesorgt, dass persönliche Patenschaften zu sozial schwachen Familien in Gomel entstanden sind. Er hat die Patenschaft für einen hochgradig schwerhörigen Jungen übernommen, seinen Aufenthalt während der Sommerferienaktionen finanziert, seine Gehöroperationen organisiert, ihn und seine Familie während der Operationen in Deutschland betreut. Für Vladik ist er dadurch über die Jahre zu einem Ersatzvater geworden.

 

Am 12. Oktober verstarb Stefan Schulte. Trotz seiner schweren Erkrankung war er ein entscheidender Motivator für alle unsere ehrenamtlichen Mitglieder und wird es immer bleiben.

 

Christine Cyrus und Volkhard Böhm / OSTKREUZ Ev. Magazin für Friedrichshain


Abschiedsworte aus Gomel

Aus einem Brief von Elena Maksimova, Leiterin der Association in Gomel

"Ich bin dem Schicksal dankbar, dass wir im Mai 2005 Stefan Schulte persönlich kennengelernt haben. Da war er mit Vertretern des Aktionskreises Kinder von Tschernobyl in Gomel. Wir spürten gleich die Fürsorge, Wärme und Gutherzigkeit dieses Menschen. Auf dem Treffen mit den Kindern, die zu verschiedenen Zeiten im Lager in Hirschluch waren, haben alle Kinder viel von ihm erzählt. Dieser äußerlich so große Mensch hat eine sensible Seele und ein großes Herz.”